Allgemein
Die "Gänsehaut-Emergenz" des Networkings
Das besondere an den Situationen von denen ich spreche ist, dass sie „einfach passieren", ohne Zwang und ohne Kontrolle. Jeder hat es schon einmal erlebt, ich meine Situationen, in den man sich im positiven Sinne fragt: „Wieso passiert das jetzt und warum funktioniert das alles so gut, so einfach, so problemlos, obwohl nirgends eine autoritäre Kontrollinstanz waltet ?". Kybernetiker und systemisch arbeitende Menschen bezeichnen solche Erscheinungen mit den Begriffen „Emergenz" und „Selbstorganisation". Meine Selbst-Beobachtung in dieser Sache macht mir immer wieder Gänsehaut. So auch die gestrige Situation. Manche werden am Ende des Artikels vielleicht sagen: Zufall, so klein ist die Welt, oder andere Erklärungen haben. Meine Frage ist dann: „Was ist eigentlich Zu-Fall und warum widerfahren mir solche Situationen immer wieder?"
Um die Emergenz des mir wiederfahrenem darzustellen, muss ich etwas ausholen. Vor ca. 2 Wochen bin ich über das Netz und meiner erweiterten virtuellen Reichweite auf seinen Audio-Podcast "Das Abenteuer Intuition" von Andreas Zeuch aufmerksam geworden. Schnell habe ich auch seinen Blog entdeckt. Zu seinem zentralen Thema „Intuition und Nicht-Wissen" habe ich schnell Brücken zur Kybernetik gebaut, hier ein paar Schlägwörter:
Balance zwischen Kopf und Bauch, Selbstorganisation, Emergenz, Lenkung statt Kontrolle et cetera et cetera, …
Ich war so begeistert von seinem Ansatz, dass ich ihm direkt eine E-Mail mit Anknüpfungspunkte zu seinem Thema und der Kybernetik geschrieben habe. Wie zu erwarten, ist er ziemlich gut beschäftigt. Die Antwort auf meine E-Mail lautete, dass er etwas Zeit bräuchte, um mir angemessen auf meine spannende E-Mail zu antworten. Das war vor zwei Wochen. Andreas Zeuch war also zunächst nicht mehr auf meinem Schirm. Fluten von E-Mails, Informationen und zahlreiche Projektsituation et cetera habe ich in der Zwischenzeit verarbeitet, meine Wahrnehmung war also gar nicht mehr „in Richtung Andreas Zeuch" ausgerichtet. Vorgestern passierte dann folgendes. Ich erhielt einen Anruf:
„Hallo Andreas, hast Du gesehen?, Horizonte veranstaltet wieder so ein Netzwerktreffenauf das Du mich vor einigen Monaten bereits hingewiesen hast. Wollen wir dort hin gehen?"
Also ich fasse zusammen: Da ruft mich ein Freund an und fragt: „Möchtest Du mitfahren". Meine Intuition sagte mir: „Ja, warum denn eigentlich nicht, lass uns in Weinheim an der Bergstasse zu Horizonte fahren". Gesagt, getan. Ich möchte ein bis zwei Sätze schreiben, was die Menschen bei Horizonte tun, da dies Bestandteil des „Emergenz-Flusses" ist: Horizonte besteht aus Menschen die systemisch und vernetzt denken und handeln. Ziel von Horizonte ist, Arbeitsstellen zu schaffen. Horizonte weckt „das Feuer" im Menschen, macht die Talente der Menschen noch sichtbarer und begleitet den persönlichen Entwicklungsprozess bis hin zu handfesten Businessideen, die dann „auf die Strasse" gebracht werden (natürlich ist Horizonte noch viel mehr). Wie genau Horizonte funktioniert, wie die Menschen dort "ticken" und das sie so systemisch und konstruktivistisch vorgehen, wusste ich vor dem Event noch nicht. Bei der Frage am Mittwoch, ob ich mitkommen möchte war dies daher nicht eine Frage der Entscheidung, sondern eine Frage der Intuition (!). Gestern war ich dann auf der Veranstaltung: Vorstellung von Horizonte, Vorstellung der Anwesenden, anschließendes informelles „Come-Together". Tja, und wie soll ich es sagen, wie es der Zu-Fall oder die Emergenz wollte, traf ich neben vielen anderen tollen Menschen, richtig, auch Andreas Zeuch. Wie aus seiner virtuellen Darstellung zu vermuten, ist die physische Erscheinung von Andreas noch spannender. Und jetzt folgen keine Erklärungsmodelle, warum, wieso, weshalb dies geschah, sondern ich freue mich an meinem wundern im Sinne von Heinz von Foerster, der sagte:
„Wir sollen doch das Wundern bloß nicht verlernen".
Und wenn das Wundern vielleicht „etwas nachgelassen" hat, frage ich mich: „Auf was ist dieses Geschehen die Antwort?".
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